Was sie so treibt … na ja, sie guckt Filme … manchmal zumindest

Nachdem ich durch die Serie „Queer as Folk“ auf den Geschmack gekommen bin, habe ich mich weiter auf dem Markt für queere Filme und Serien umgeschaut, bin – teilweise natürlich auf Empfehlung – tatsächlich fündig geworden und habe mir in der letzten Zeit einige Filme angesehen.

Keine Sorge, ich werde nicht zur Rezensentin für DVDs mutieren, aber ich hoffe, ich kann mit ein paar Worten jeden der Filme kurz umreißen und damit den einen oder anderen von euch auch zum Anschauen animieren. Wie gesagt, ich bin kein Profi, aber meine Meinung habe ich schon immer gern von mir gegeben, also habt ihr jetzt die Wahl: lesen und gucken, nicht lesen und nicht gucken … oder irgendetwas dazwischen.

Der erste Film, den ich in der letzten Zeit gesehen habe, war „Latter Days“.

Worum geht es? In der Hauptsache um einen verdammt gut aussehenden Mann namens Christian, der die Männer reihenweise flachlegt, und einen anderen, Aaron, der als Mormonenmissionar nach Los Angeles kommt und – Glück oder Unglück – Christian ins Auge fällt.

Wer sich ein bisschen mit Glaubensgemeinschaften auskennt, wird unschwer das Konfliktpotenzial in dieser Konstellation erkennen. Gelingt es also einem bislang eher oberflächlichen Machotypen einen unsicheren, unscheinbaren und in seinem Glauben verankerten jungen Mann zu erobern?

Wie er das anstellt, was seine Bemühungen letztendlich auslösen und welche Wandlungen beide Männer durchleben, das erzählt der Film in sehr eindrücklichen und berührenden Szenen, gewährt dabei auch tiefe Einblicke in das Leben und Denken religiöser Menschen, die ihren Glauben derart heftig verteidigen, dass ihnen alles andere gleichgültig ist. Schauspielerisch überzeugen vor allem die beiden Hauptdarsteller, die ihre Veränderungen sehr glaubhaft darzustellen verstehen. In einer der Nebenrollen überzeugt vor allem die Chefin des Lokals „Lila“ mit ihrer Lebensweisheit und jeder Menge Mitgefühl.

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Der zweite Film, den ich hier erwähnen möchte, ist „Heimliche Küsse“, eine französische Produktion, die es leider nur mit Untertiteln auf DVD gibt, was aber kein echtes Problem darstellt.

Ein auf einer Party geschossenes Foto auf dem Blog einer Schülerin ist plötzlich der Aufreger. Das bewusste Bild zeigt nämlich den 16jährigen Nathan, der einen anderen Jungen küsst. Nathans Vater, ein Polizist, ist zunächst schockiert, akzeptiert aber schon bald, dass sein Sohn sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Als herauskommt, wer der Geküsste ist, bleibt der Ärger mit dessen Familie nicht aus, ebenso wie das Mobbing in der Schule.

Dem Regisseur ist hier ein leiser, berührender Film gelungen – einer mit feinen Untertönen, einer, den man auch gern öfter sehen kann. Die teilweise schlichten und dabei sehr menschlichen Gesten, speziell von Nathans Vater, geben dem Film Eindringlich- und Nachdenklichkeit, die zarte Liebe zwischen Nathan und Luis lässt Herzen flattern und Schmetterlinge tanzen. Dieser Coming-Out Film ist ein Plädoyer gegen Homophobie und für Toleranz und somit eindeutig zu empfehlen.

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Dann hätten wir als Drittes „Between Love and Goodbye“.

Der junge Franzose Marcel liebt den Amerikaner Kyle. Um im Land bleiben zu können, geht Marcel eine Scheinehe mit einer lesbischen Freundin ein, lebt aber dennoch mit Kyle zusammen. Diese Zweisamkeit wird von April, Kyles plötzlich aus der Versenkung auftauchender Schwester empfindlich gestört, die Marcel noch nie leiden konnte und die deshalb alles daransetzt, ihren Bruder wieder ganz für sich allein zu haben. Mittel der Wahl ist unter anderem eine Band, in der sie beide spielen.

Auch in diesem Film geht es natürlich um Liebe, aber auch um Lügen, Fremdgehen und Eifersucht, die zerstörerisch wird. Untermalt wird das alles von Musik, bei der jeder einzelne Text die Situationen gekonnt aufgreift und somit auf diese Weise den Gefühlen einen besonders tiefen Ausdruck verleiht.

Man kann diesen Film sicher nicht als romantische Schmonzette bezeichnen, sehenswert ist er allemal, schon aufgrund der beiden tollen Hauptdarsteller, wobei eifrigen „Queer as Folk“ Sehern der eine bekannt vorkommen sollte, spielte er doch das Justin Double in einer Szene. Doch auch der Darsteller des Kyle ist eine echte Augenweide und die Musik, die er als Sänger performt, ist mitreißend und ein echtes Highlight in diesem Film.

https://www.amazon.de/Between-Love-Goodbye-Simon-Miller/dp/B002NORMRK/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1501625229&sr=1-1&keywords=between+love+and+goodbye

 

Zum Schluss reden wir hier kurz über „Romeos – anders als du denkst“.

Dieser Film hat mich überrascht, einen Transgenderfilm hatte ich nach der Beschreibung im Klappentext nicht erwartet. Jedoch bereue ich nicht, diesen Film gesehen zu haben, denn er zeigt ganz deutlich auf, wie schwer es ist, wenn man in einem ganz normalen Umfeld plötzlich nicht mehr die Person ist, die alle anderen in einem sehen. Lukas – ehemals Miriam – hat sich mittels Hormonen äußerlich bereits größtenteils in einen attraktiven jungen Mann verwandelt, als er aufgrund seines immer noch weiblichen Vornamens als einziger Junge in einem Schwesternwohnheim landet, sich Hals über Kopf in einen Jungen verliebt und jederzeit fürchten muss, dass sein Geheimnis entdeckt wird, bevor er seine abschließenden Operationen hinter sich hat.

Der Film geht ungemein sensibel mit der Problematik um, die dieses Thema mit sich bringt, schildert allerdings auch die Verwirrungen der Gefühle, die eine solche Verwandlung mit sich bringen kann – und ist ein Plädoyer für Freundschaft.

https://www.amazon.de/ROMEOS-anders-als-du-denkst/dp/B006GL6RLI/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1501626052&sr=1-1&keywords=romeos+anders+als+du+denkst

Viel Spaß beim Lesen … und Gucken 🙂

 

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Resümee zu Amazonien …

Ich plädiere für folgende Sachen:

  1. Rezensieren sollte man nur dürfen, wenn man auch gekauft oder ausgeliehen hat. Das würde auch so mache Hassrezi verhindern, denn der entsprechende Rezensent müsste zumindest erst etwas Geld in die Hand nehmen, um seinem Konkurrenten zu schaden. Blogger könnte man sicher gesondert kennzeichnen und in eine Liste eintragen, damit kein Schindluder getrieben werden kann. Gut, Rezensionsexemplare verschenken wäre dann wahrscheinlich überflüssig, aber … die meisten Blogger kaufen ihre Exemplare ohnehin lieber selbst. Man könnte dann aber immer noch mit Gutscheinen arbeiten, damit der Blogger/Rezensent das Buch selbst kaufen kann.
  2. Wenn es nur mit verifiziertem Kauf gehen würde, wäre auch solche Fälle, wie der unter Zweitens beschrieben, überflüssig.
  3. Kein Problem mit dem gesperrten Blick ins Buch wegen Jugendschutz, aber … wenn gesperrt wird, dann bitte schön alle. Ohne Ausnahme. Und eigentlich auch überprüfen, wenn Titel unter Liebe eingestellt sind (oder in eine andere Kategorie), ob nicht der Klappentext schon auf explizite Szenen hinweist. Oder die Kategorie Erotik ganz abschaffen und die harten Fälle in eine neu zu schaffende Kategorie Porno einsortieren … und zwar nicht vom Autor selbst, sondern in dem Fall von einer Art Prüfkommission. Nein, ich will kein FSK, das gibt es für Bücher gar nicht. Aber es könnte nicht schaden, wenn in Amazonien jemand wenigstens mal die Klappentexte mancher Machwerke aufmerksam lesen würde. Wenn ein Autor eine verbotene Preisangabe macht, finden die das ja komischerweise auch 🙂

P.S.: Meinen Büchern hat der fehlende Blick ins Buch bislang nicht wirklich geschadet … eher das Gegenteil ist der Fall. Obwohl es schon merkwürdig ist, nach welchen Kriterien diese Sperrungen vonstattengehen.

P.P.S: … ja ich weiß, wir alle lieben Rezensionen, aber mal ehrlich … fairer wäre es doch … wer kauft, darf rezensieren und zwar unabhängig von Verwandtschaftsgrad oder Freundestatus … wer bezahlt, erwirbt in meinen Augen eben dieses Recht. Sonst soll man das doch am besten ganz canceln … dann gibt es auch weniger Hasskommentare.

Es war einmal  … vor gar nicht langer Zeit im Lande Amazonien …

Eines Tages wollte ein guter Freund eine Rezension einstellen, weil er ein Buch gut fand. Müsste doch eigentlich einfach sein, dachte er sich, aber weit gefehlt. Bekam er doch von den Leuten aus Amazonien eine liebliche Mail, dass seine Bewertung nicht erwünscht sei, denn immerhin kenne er die Autoren. Somit wäre er befangen und so etwas wolle man dort nicht. Man regte sich auf und legte die Angelegenheit zu den Akten, da sollte sich das Ganze doch tatsächlich wiederholen. Ein Freund wollte einer Autorin eine Rezension schreiben und wurde mit eben derselben Mail abgespeist. Es widerspräche komplett den Richtlinien.

Langsam fing man an zu grübeln … woher bezog man im fernen Amazonien nur dieses Wissen? Hatte man sich doch diesbezüglich auf deren Seiten nie dazu geäußert oder gar in der Rezension etwas in der Art erwähnt. Blieb also nur die Möglichkeit des Datenabgleichs mit einer ebenso großen amerikanischen Plattform, auf der alle unsere Autoren und Rezensenten sich tummeln, vernetzt oder gar (virtuell oder persönlich) befreundet sind. Anders ist das nicht erklärbar, aber … ein Schelm, der Böses dabei denkt … oder?