Montagsgrübeleien … heute mal am Mittwoch … Thema: Vielfalt oder Unübersichtlichkeit?

Wer von uns erinnert sich nicht noch an die vergangenen Zeiten, als es – natürlich vor allem im Radio – nur wenige Musikstile gab?

Ich kannte als Kind nur Rock, Pop, Klassik, Jazz/Swing, Schlager und Volksmusik. Damit war alles abgedeckt. Später kamen dann immer mehr Subgenres dazu. Ich nenne hier nur mal die Neue Deutsche Welle oder jetzt ganz neu im Retrostil der 50er Jahre der Doo-Wop. Dazwischen tummeln sich jede Menge andere Genres, wie zum Beispiel House, Techno, Beat, Chilloutmusic, Folk, Indie, Rap, Trans, Metal usw.

Braucht man das wirklich?

Oder eine Frage an die Raucher? Kann sich noch jemand daran erinnern, dass es wirklich früher jede Marke nur einmal gab? Also nicht als 20er Packung und als 25er, nicht als Bigbox und in verschiedenen Farben. Einfach nur einmal und gut. Später kamen dann die angeblich gesünderen Light-Versionen dazu, aber damit hatte es sich dann auch. Wer hat heute schon noch den Überblick, vor allem, worin liegt der Sinn? Wichtig ist doch eh nur der Preis pro Zigarette, nicht ob fünf mehr in der Schachtel sind, die ja dann auch die entsprechende Differenz mehr kosten.

Braucht man das wirklich?

Kommen wir zur Literatur. War schon mal jemand in einer Buchhandlung? Was gibt es dort für Einteilungen? Nur mal als Beispiel  … da gibt es beispielsweise Belletristik (Untergenres auch Erotik und Krimi/Thriller sowie Fantasy) – Kinder- und Jugendbuch – Reise – Sachbuch und Ratgeber – Geisteswissenschaft, Kunst und Musik – Mathematik, Naturwissenschaft und Technik – Sozialwissenschaft, Recht und Wirtschaft – Schule und Lernen – Sachbücher/Lexika.

Das reicht offline aus … warum online nicht? Nicht, dass ich es als Autorin nicht begrüßen würde, dass ich meine Bücher in tolle Kategorien stecken kann, aber … keiner kontrolliert die Autoren, ob die Einsortierung auch dem tatsächlichen Inhalt entspricht.

Es gibt die kuriosesten Auswüchse zu beobachten, zumal der Platzhirsch am Markt gerade seine Kategorien erweitert hat. Finde ich auch gut, ich denke allerdings, man ist teilweise übers Ziel hinausgeschossen oder wozu braucht es eine Unterkategorie „Militärromantik“? Traut man dem Leser wirklich nicht zu, unter den Liebesromanen die entsprechenden Bücher durch einfaches Stöbern zu finden?

Was soll mir unter Belletristik die Kategorie Genremix sagen? Unkategorisierbarer Kram oder was? Unter Populäre Belletristik tummeln sich solch schöne Sachen wie Gothic, Metaphysik oder Urban. Klingt alles wahnsinnig interessant, doch wer versteht das? Traut man den Lesern wirklich nicht zu, diese Bücher auch so zu finden? Schön ist es natürlich für die Autoren, bekommt doch so fast jedes Buch eine eigene Kategorie. Und der Autor schneller einen Rang. Natürlich nur, wenn es keine Erotik ist. Doch das ist ja ohnehin bloß Schmuddel, so denken leider sogar andere Autoren …. und sortieren sich gar nicht erst dort ein.  Aber sonst ist einfach alles eine Nummer zu viel … wobei … man könnte ja zumindest die belletristischen Kategorien sogar noch ein wenig erweitern. Wie wäre es denn, wenn unter jeder Unterkategorie noch unterschieden würde nach „Mit Happyend“ und „Ohne Happyend“?

Dann hätten wir da doch flugs noch mal das Doppelte zum Stöbern zur Verfügung und weitere Nummer eins Titel gleich dazu … wen stört es, dass die Kategorie dann nur zwanzig Titel umfasst?

Rassismus in der Kinderliteratur – oder der ganz normale Wahnsinn in diesem Lande

Was geht vor in diesem Land? 

Man stößt auf so unglaubliche Sachen wie diese hier:

Zitat:

Hexen, Wassermänner, Räuber – aber keine „Neger“: Der Thienemann Verlag streicht diskriminierende Begriffe aus den Kinderbuchklassikern von Otfried Preußler – und folgt damit dem Beispiel der Neuausgaben Astrid Lindgrens. Dort wurde Pippis Vater vom „Negerkönig“ zum Südseeherrscher

Zitat Ende

Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/thienemann-verlag-streicht-neger-aus-der-kleinen-hexe-a-875839.html

  

Da ändert man eben mal Literaturklassiker ab.

Sei es eben „Die kleine Hexe“ oder auch „Pippi Langstrumpf“. 

Was bitte schön ist schwierig daran, seinem Kind zu erklären was ein Neger ist?

Warum kann man seinem Kind nicht ebenfalls erklären was mit Zigeunern gemeint ist?

Warum darf es in einem Kinderbuch keinen Negerkönig geben?

 Können Kinder das wirklich nicht verstehen? Oder sind es nicht doch eher die ewig übereifrigen Sittenwächter, Moralisten und sonstigen Schützer, die mal wieder weit über das Ziel hinausschießen?

 Ich bin mit Sicherheit jemand, der Diskriminierung verabscheut wie die Pest.Ich esse aber trotzdem einen Negerkuss und nicht eine Schaumzuckerwaffel mit Schokoladenüberzug (oder sollte man besser sagen: mit Schokolade überzogenes Schaumgebäck mit Migrationshintergrund?).

Und was ist mit den Mohrenköpfen? 

Trotzdem sehe ich hier  keinen Handlungsbedarf, es findet damit nämlich definitiv eine Zensur statt, George Orwell lässt schön grüßen.

Als das Buch „Die kleine Hexe“geschrieben wurde war es sicher nicht so, dass sich jemand etwas Böses dabei gedacht hätte. Es war normal.

Warum also heute?

Sehen wir  immer nur das Schlechte? 

Und was kommt als Nächstes?

Der Jugendschutz, weil Hänsel und Gretel von den Eltern ausgesetzt wurden?

Der Arbeitsschutz, weil die Zwerge im Bergwerk keine Sicherheitsschuhe trugen?

Die Sittenwächter der FSK, weil Schneewittchen mit sieben männlichen Zwergen unter einem Dach lebte?

Und überhaupt, müsste man den Titel nicht umbenennen?

In „Schneewittchen und die sieben männlichen Kleinwüchsigen“?

Immer schön politisch korrekt bleiben, oder?

Ach ja, was ist eigentlich mit dem gestiefelten Kater? Müsste es nicht politisch korrekt heißen:

„Der/die gestiefelte Kater/innen“? 

In diesem Sinne, auf ein fröhliches Umschreiben der Literatur….wann schreibt eigentlich jemand die Bibel um???