Gedanken am Wochenende … JUSTMY2CENT

Schade, dass so viele von uns der gesamten Autorenschaft ungewollt Schaden zufügen.

Das fängt schon mit den „ICH-GEBE-MEIN-BUCH-DANN-MAL-FÜR-DREI-TAGE-KOSTENLOS-RAUS-Aktionen“ an. Nichts gegen kostenlose Bücher, die habe ich auch, aber es sind nur kurze Geschichten. Keine liegt über fünftausend Worte und sie dienen ausschließlich dem Zweck, Lesern die Gelegenheit zu geben, sich mit meinem Stil vertraut zu machen und mich kennenzulernen. Auch wenn man zu einem Buch eine Vorgeschichte, ein sogenanntes Prequel schreibt, ist das ein durchaus werbewirksames Mittel. Aber damit hat es sich dann auch schon. Dicke Bücher mit umgerechnet mehr als 200 oder 300 Seiten für lau? Nicht mit mir, denn wir müssen damit rechnen, dass erstens die Leser bald überhaupt nicht mehr zahlen wollen, weil es ja bloß „Ebooks“ sind, die keine Kosten verursachen (denken leider viele Menschen immer noch) oder dass es immer mehr Leser gibt, die nach dem Motto handeln „was nichts kostet ist auch nichts“ und dafür dann schlechte Bewertungen schreiben, auch wenn mir nicht wirklich klar ist, warum man bei kostenlosen Büchern vor vermeintlichen FehlKÄUFEN warnen muss.

Selfpublisher müssen preiswerter sein als Verlagsautoren, sonst werden sie nicht gekauft. Den Spielraum, den wir nach unten haben, können wir gerne nutzen, aber GRATIS ohne Sinn? Nein danke!

Des Weiteren sind die falschen Einsortierungen ein echtes Ärgernis. Wenn ich Leser bin und suche nach etwas Bestimmten, dann gehe ich in die entsprechende Kategorie. Wenn ich dann aber ständig auf Bücher stoße, die definitiv nicht dorthin gehören, werde ich irgendwann sauer. Das geht anderen sicher ebenso und wir müssen uns nicht wundern, wenn wir uns allein aufgrund falscher Deklaration (Genre) oder Kategorisierung schlechte Rezensionen einfangen oder die Käufer das Portal wechseln … oder gar zurück zum stationären Handel abwandern. Und das trifft dann diejenigen am meisten, die wegen dieses ach so tollen KINDLE UNLIMITED ihre Bücher ausschließlich über Amazon vertreiben. Da werden dann schon mal dreizehn (in Ziffern 13) Seiten für 2,99 Euro angeboten. Glauben die betreffenden Autoren eigentlich, der Leser wäre doof und man könnte ihn einfach so melken? Zumal es irgendwann soweit sein wird, dass man über KU eben nichts mehr verdient. Noch bekommen die Autoren ca. einen Cent für zwei gelesene Seiten, aber wie lange noch? Was, wenn es dann irgendwann nur noch einen Cent für zehn Seiten gibt oder sogar für zwanzig Seiten? Künstler verdienen durch diese tollen „Flatrate-Modelle“ immer mehr weniger und bleiben letztendlich auf der Strecke. Musiker können ein Lied davon singen, seit es „Musikportale“ gibt, auf denen die Hörer auch nur Bruchteile des Wertes zahlen, statt die CD oder den Download zu kaufen. Sie allerdings bekommen wenigstens noch ein paar Einahmen über die GEMA, das haben wir Autoren nicht. Warum also schaufeln wir uns unser eigenes Grab? Verschenken unsere Werke (also Bücher, die sonst regulär ausgepreist sind) und unterstützen Modelle, die uns langfristig sicher eher schaden als nützen werden?

Das ist natürlich nur meine Meinung, aber ich bin dafür, langfristig zu denken und zu planen und ich höre zu, wenn Leser mir etwas erzählen. Und damit meine ich reale Menschen, die mir berichten, wie blöd sie manches finden. Ich weiß, dass jetzt wieder ein kleiner Aufschrei aus so mancher Autorenkehle kommt … aber habe ich wirklich so unrecht?

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Montagsgrübeleien … heute mal am Mittwoch … Thema: Vielfalt oder Unübersichtlichkeit?

Wer von uns erinnert sich nicht noch an die vergangenen Zeiten, als es – natürlich vor allem im Radio – nur wenige Musikstile gab?

Ich kannte als Kind nur Rock, Pop, Klassik, Jazz/Swing, Schlager und Volksmusik. Damit war alles abgedeckt. Später kamen dann immer mehr Subgenres dazu. Ich nenne hier nur mal die Neue Deutsche Welle oder jetzt ganz neu im Retrostil der 50er Jahre der Doo-Wop. Dazwischen tummeln sich jede Menge andere Genres, wie zum Beispiel House, Techno, Beat, Chilloutmusic, Folk, Indie, Rap, Trans, Metal usw.

Braucht man das wirklich?

Oder eine Frage an die Raucher? Kann sich noch jemand daran erinnern, dass es wirklich früher jede Marke nur einmal gab? Also nicht als 20er Packung und als 25er, nicht als Bigbox und in verschiedenen Farben. Einfach nur einmal und gut. Später kamen dann die angeblich gesünderen Light-Versionen dazu, aber damit hatte es sich dann auch. Wer hat heute schon noch den Überblick, vor allem, worin liegt der Sinn? Wichtig ist doch eh nur der Preis pro Zigarette, nicht ob fünf mehr in der Schachtel sind, die ja dann auch die entsprechende Differenz mehr kosten.

Braucht man das wirklich?

Kommen wir zur Literatur. War schon mal jemand in einer Buchhandlung? Was gibt es dort für Einteilungen? Nur mal als Beispiel  … da gibt es beispielsweise Belletristik (Untergenres auch Erotik und Krimi/Thriller sowie Fantasy) – Kinder- und Jugendbuch – Reise – Sachbuch und Ratgeber – Geisteswissenschaft, Kunst und Musik – Mathematik, Naturwissenschaft und Technik – Sozialwissenschaft, Recht und Wirtschaft – Schule und Lernen – Sachbücher/Lexika.

Das reicht offline aus … warum online nicht? Nicht, dass ich es als Autorin nicht begrüßen würde, dass ich meine Bücher in tolle Kategorien stecken kann, aber … keiner kontrolliert die Autoren, ob die Einsortierung auch dem tatsächlichen Inhalt entspricht.

Es gibt die kuriosesten Auswüchse zu beobachten, zumal der Platzhirsch am Markt gerade seine Kategorien erweitert hat. Finde ich auch gut, ich denke allerdings, man ist teilweise übers Ziel hinausgeschossen oder wozu braucht es eine Unterkategorie „Militärromantik“? Traut man dem Leser wirklich nicht zu, unter den Liebesromanen die entsprechenden Bücher durch einfaches Stöbern zu finden?

Was soll mir unter Belletristik die Kategorie Genremix sagen? Unkategorisierbarer Kram oder was? Unter Populäre Belletristik tummeln sich solch schöne Sachen wie Gothic, Metaphysik oder Urban. Klingt alles wahnsinnig interessant, doch wer versteht das? Traut man den Lesern wirklich nicht zu, diese Bücher auch so zu finden? Schön ist es natürlich für die Autoren, bekommt doch so fast jedes Buch eine eigene Kategorie. Und der Autor schneller einen Rang. Natürlich nur, wenn es keine Erotik ist. Doch das ist ja ohnehin bloß Schmuddel, so denken leider sogar andere Autoren …. und sortieren sich gar nicht erst dort ein.  Aber sonst ist einfach alles eine Nummer zu viel … wobei … man könnte ja zumindest die belletristischen Kategorien sogar noch ein wenig erweitern. Wie wäre es denn, wenn unter jeder Unterkategorie noch unterschieden würde nach „Mit Happyend“ und „Ohne Happyend“?

Dann hätten wir da doch flugs noch mal das Doppelte zum Stöbern zur Verfügung und weitere Nummer eins Titel gleich dazu … wen stört es, dass die Kategorie dann nur zwanzig Titel umfasst?