Montagsgrübeleien … am 18.7.16

Letzte Woche in Facebook:

Ein eher nicht so beliebter Staatschef lässt mal eben nach einem missglückten Putsch fast 3000 Richter „entfernen“.
Das ist ziemlich bedenklich!

Mehrere wohl beim einschlägigen Fernsehpublikum bekannte Schauspielerinnen oder Reporterinnen sind leider – wie schon so viele bekannte Persönlichkeiten ein diesem Jahr – viel zu früh verstorben.
Das ist traurig!

Ein irrer Attentäter rast in Nizza in eine Menschenmenge und tötet dabei 84 Personen, darunter mindestens 50 unschuldige Kinder (um dieses „unschuldig“ wurde später in einem Beitrag beinahe gestritten 😦  ).
Das ist noch viel trauriger!

Aber …

Deutschland spielt POKEMON GO 😦

Werbung ist wichtig, aber … (Montagsgrübeleien 11.5.15)

Wie die meisten ja sicher wissen, bin ich Autorin. So weit, so gut. Doch nur mit dem Schreiben allein ist es definitiv nicht getan, wenn man seine Werke endlich der Öffentlichkeit präsentiert hat und verkaufen möchte. Also muss Werbung her. Aber wie macht man die am besten? Ich habe jetzt schon ein paar Jahre Erfahrung … und teste immer noch … mache auch immer noch das eine oder andere falsch … und auf der Spiegelbestsellerliste stehe ich leider noch nicht. Trotzdem möchte ich euch gerne meine Erfahrungen mitteilen respektive ein paar Tipps geben. Wobei es nur meine ganz persönliche Meinung ist, die ich da von mir gebe und sicher andere Autoren ganz andere Erfahrungen mit den verschiedenen Methoden gemacht haben. Keine Sorge … daraus wird kein Ratgeber, ist nur eine Momentaufnahme.

Am Anfang habe auch ich bei Facebook alle verfügbaren Werbegruppen mit meinen Büchern geflutet, bis ich es blöd fand, wenn ich mir immer wieder selbst begegnet bin. Heute streue ich das mehr, und nur wenn ein Buch neu ist, erlaube ich mir ein oder zwei komplette Durchläufe in allen Gruppen, allerdings auch mit etwas Luft dazwischen. Ansonsten bewerbe ich meine Bücher umschichtig, möglichst immer mit einer neuen Idee und vor allem nicht täglich. Rezensionen kann man auch Rezensionsgruppen deutlich besser verbreiten als auf dem Profil oder der Fanpage.

Apropos Profil. Ich für meinen Teil poste recht viel. Meine eigene Werbung allerdings eher weniger, ich teile Bücher oder Seiten, erzähle Witze und verbreite gerne auch interessante Artikel oder witzige Bilder und Videos. Mein Profil ist in erster Linie ein Mittel zur Kommunikation, Eigenwerbung ist dort zweitrangig. Ich teile, was ich möchte, Werke von anderen und auch mal meine eigenen, aber ich möchte diejenigen unter meinen Freunden, die nicht unbedingt Fließbandleser sind, nicht erschlagen und die Autoren haben selbst kaum Zeit zum Lesen. Unter chronischem Zeitmangel leiden wir wohl (fast) alle. Zumindest diejenigen, die noch einen oder zwei Jobs haben, Kinder, Familie, Eltern, Freunde, Privatleben, Haus und Garten, Tiere und so weiter und so fort. Ich weiß auch, dass es einige unter meinen Freunden gibt, die aufgrund meiner anfänglichen Teilwut die Benachrichtigungen für meine Beiträge abbestellt haben. Da ich das schade finde, habe ich eben einen Gang zurückgeschaltet, ich denke aber, ich verbreite immer noch recht viel.

Was auf der Fanpage am besten ankommt, das lässt sich schwer sagen. Fakt ist aber, dass auch dort Überlegung angebracht ist und nicht Werbung per Gießkanne. Gut achtzig Prozent der Beiträge sollten keine reinen Links zu Amazon und Co. sein, sondern andere Inhalte haben. Bilder, Fragen, mal ein Witz, Cover von kommenden Werken, Textschnipsel, eventuell Verlosungen oder Gewinnspiele. Auch Fortschritte bei laufenden Projekten kann man gerne posten, allerdings mag ich persönlich Zahlen nicht so gern. Das hat damit zu tun, dass die Zahl der geschriebenen Worte ohne das Drumherum wenig aussagt. Für den einen sind 1000 Worte viel, der andere grinst darüber und haut in drei Stunden einen halben Kurzroman in die Tasten. Besser finde ich es, wenn man sagt, ein Kapitel ist fertig oder das Ende ist in Sicht. Auch wenn man am Überarbeiten ist oder Korrigieren, kann man das gerne posten, dann wissen die Leser doch wenigstens schon mal, ab wann sie sich auf das fertige Werk freuen dürfen. Ich weiß, das klingt einfach, doch auch ich schaffe es nicht immer, es genauso zu machen, denn … ich bin ein Mensch und dann kommt etwas dazwischen oder man vergisst es einfach. Und ja, man muss es natürlich nicht sklavisch befolgen, aber die 80:20-Regel ist gar nicht so schlecht. Die Fans wollen etwas über den Autor und seine Werke wissen, wo sie die Bücher finden, das ist ihnen normalerweise bereits bekannt.

Wo kann man noch werben? Da wäre Twitter zu nennen. Ich persönlich habe mein Profil und meine Fanseite mit dem Twitteraccount verknüpft, sodass meine Posts automatisch auch dort erscheinen, von da gehen sie weiter zu Rebelmouse (meistens jedenfalls). So erscheinen von mir nicht nur Werbelinks, das lockert das Ganze etwas auf.

Bezahlte Werbung auf Facebook scheint nicht so der Bringer zu sein, nach allem, was man hört und liest, wie das mit XTME aussieht, kann ich nicht beurteilen. Wer eine Homepage hat oder einen Blog, hat damit natürlich noch weitere Möglichkeiten, aber auch dort gilt: Weniger ist manchmal mehr, es sei denn, man will sie als reine Verkaufsseite im Stil von Amazon betreiben. Dann ist es aber eher ein Shop.

Es gibt eine Menge Seiten, auf denen man sich registrieren kann, das ist zwar eher passive Werbung, sorgt aber dafür, dass man über Suchmaschinen besser gefunden wird. Wer wirklich viel Zeit übrig hat, kann natürlich auch bei Lovelybooks oder ähnlichen Plattformen mitmischen. Leserunden finden viele toll, ich für meinen Teil habe für so etwas keine Zeit (Foren sind sehr zeitintensiv, weil man sich da „einbringen“ muss), noch möchte ich mit irgendwem über meine Bücher diskutieren. Das allerdings liegt überwiegend an meinem Genre, einen Thrillerautor fragt komischerweise keiner, was er von dem, was er geschrieben hat, denn bereits selbst erlebt hat.

Was mir persönlich in der letzten Zeit aufgefallen ist, sind einfach zu lange Werbeposts und zu viele Hashtags. Werbung sollte eher kurz und knackig sein, bei zu viel Masse scrollt auch der eher geneigte Leser schnell weiter, es dauert schlichtweg zu lange, bis er zum Kern der Aussage kommt. Anders ist es, wenn „Textschnipsel“, „Leseprobe“ oder „Teaser“ darüber steht. Dann kann es den Lesern gar nicht lang genug sein, aber das ist dann ja auch so gewollt und es macht neugierig.

Hashtags sind eine nette Sache und auf Twitter auch sinnvoll. In Werbepostings bei Facebook allerdings erschlagen sie manchmal den Text förmlich, vor allem, wenn sie mittendrin stehen. Das macht ihn deutlich schlechter lesbar und die Werbebotschaft wird dementsprechend nicht so gut aufgenommen. Selbst bei Twitter reichen drei bis fünf Tags, bei Facebook sind meiner Meinung nach drei schon das Maximum. Wer allerdings automatisiert von Twitter zu Facebook postet, der kann sie schlecht vermeiden, durch die begrenzte Zeichenzahl passen aber ohnehin nicht so viele Tags in einen Post.

Wie gesagt, das sind nur meine Erfahrungen und Einschätzungen. Sicher gibt es noch sehr viel mehr, was man machen kann in puncto Werbung, aber … wenn ich mal nicht auf der Arbeit bin, meinen Haushalt fertig habe, in Ruhe sitzen und schreiben kann, dann genieße ich in den Pausen auch gerne das Gespräch mit Menschen – real und virtuell. Ich kann und will nicht meine komplette Zeit nur mit dem Ausdenken von Werbestrategien verbringen, nicht anderen lästig werden und vor allem auch Spaß haben. Auch und gerade auf meinem Profil bei Facebook, denn dort habe ich bereits viele Menschen kennengelernt, etliche davon mittlerweile auch real. Für mich soll es also auch eine Kommunikationsplattform bleiben, nicht nur eine Litfaßsäule, die mit Werbung zugekleistert wird. Ein Freund sagt immer so schön: Gelesen wird immer. Ich schreibe und sorge dafür, dass mein Buch sichtbar wird (okay, ich versuche es), aber wenn es dann auf den „eigenen Füßen“ steht, dann muss es eben auch allein laufen lernen. Es ist wie mit einem Kind, das kann man auch nicht ewig begleiten. Helfen ja, aber auch allein machen lassen.

Sorry, wenn dieser Beitrag jetzt nicht allen gefallen hat, aber … eventuell kann der eine oder andere ja doch einen Nutzen daraus ziehen. Und sei es nur den, dass es nicht lohnt, eine Nervensäge zu sein. Alles in Maßen, nicht in Massen.

P. S.:
Gerade eben wieder aufgefallen … wenn ihr Werbung macht für eure Bücher … nehmt doch ruhig das bestehende Coverbild und schreibt etwas dazu, darunter setzt ihr dann den Link zu dem entsprechenden Shop. Das hat zwei Vorteile: Man kann das ganze Bild sehen auf der Startseite und nicht nur ein Teilstück (das passiert, wenn man nach dem Text eben nur den Buchlink einfügt). Zweitens kann man es so besser teilen und muss nicht immer alles mitkopieren. Wenn man das nämlich nicht macht, ist es wieder nur ein Linkabwurf, da Facebook eben das oben Geschriebene sonst ignoriert. Und gerade, wenn ihr euch wirklich Mühe gegeben habt und die Beschreibung in der Werbung sehr kreativ ist, wird sie so viel besser verbreitet. So kann man dann übrigens auch selber besser teilen … in Gruppen zum Beispiel … aber bitte nicht alle an einem Tag.

Was für ein Theater!!!

Da hat nun ein gewisser Mark Z. doch tatsächlich einen Kurzmitteilungs- und Chatdienst gekauft.
Und plötzlich grassiert das große „Upps-jetzt-aber-schnell-wechseln-Fieber“.
Warum bloß?

Dass WhatsApp eine Datensammelkrake ist – das ist schon länger bekannt.
Dass man damit sogar spionieren können soll – nicht neu.
Dass FB Daten sammelt – längst bekannt, trotzdem wird es genutzt.

Und warum sollte man das alles auch nicht nutzen? Man sollte nur vor Benutzung das Gehirn einschalten, das ist im Netz sowieso sinnvoll, oder nicht?

Facebook kann nur wissen, was ihm sagt. Wer mitteilt, dass er in Urlaub ist, der muss sich nicht wundern, wenn auch Einbrecher das lesen. Würde jemand das übrigens an seine Haustür schreiben? Nein? Warum also dann möglichst noch mit Abflugdatum und Adresse im Netz verteilen?

Würden wirklich alle FB-Nutzer ihre Fotos (zumindest die, die nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sind) an ihre Hauswand kleben? Nein? Warum dann im Netz, es sei denn es gibt dafür Gründe? Weil man das beruflich macht oder es als Werbung nutzt oder sich eben gerne zeigt. Das ist okay, aber sich zu wundern, dass alles gespeichert wird und irgendwann wieder auftaucht, möglichst zur Unzeit, das ist schon recht blauäugig.

Das Gleiche gilt für WhatsApp. Was zum Teufel schreibt man da so Brisantes, dass alle aufschreien? Ist es schlimm, wenn in den USA ein Lauscher weiß, dass ihr zehn Minuten später am Kino eintrefft oder dass der Mann noch Butter vom Aldi mitbringen soll?

Auch hier gilt, was man dort nicht schreibt, kann keiner lesen.

Wer dort Nacktfotos oder ebensolche Videos verschickt, nun, der muss zumindest damit rechnen, dass sich noch ein Dritter darüber freut. Genau wie bei FB … aber dieser Wechselhype, der seit zwei Tagen ausgebrochen ist, den empfinde ich als geradezu lächerlich.

Einfach vor Benutzung das Hirn einschalten, dann kann man alles nutzen … und über brisante Sachen unterhält man sich eh besser persönlich (am besten in einem schalldichten, abhörsicheren Badezimmer mit laufender Dusche), oder man schreibt. Ganz altmodisch per Post. Allerdings … ob das heutzutage eine Alternative ist???