Leipziger Buchmesse 2016

Auch in diesem Jahr fahren wir wieder hin, wir freuen uns schon riesig.

Wir, das sind Frank Böhm und meine Wenigkeit, zusammen auch „Das Autorenduo„.

Nette Freunde wiedertreffen und neue kennenlernen, Bücher gucken und Vorträgen zuhören, sich mit den BookRixern austauschen  und eine Menge Eindrücke sammeln, das ist das, was in diesem Jahr auf dem Zettel steht.

Einen festen Treffpunkt haben wir nicht, wir werden uns wohl überwiegend in Halle 5 herumtreiben. Ob bei den BXLern oder den Herzblutwelten, May. B. Aweley treffen oder auch am Stand des Main Verlages vorbeischauen. Bei den BXlern (am Stand des Selfpublisherverbandes D 510) sind wir ziemlich sicher in der Zeit zwischen 11.oo und 13.00 Uhr immer wieder zu finden, nachmittags trinken wir definitiv auch mal Kaffee.

Wer uns erreichen will – am besten vorab per PN klären, denn die Verbindungen werden sicher nicht besonders sein, auch wenn es in Halle 5 zum Beispiel eine WLAN Insel geben soll. Aber ob das funktioniert???

Um euch nicht zu langweilen (einen ähnlichen Artikel hatte ich immerhin schon am 7.3. gepostet) verabschiede ich mich dann mal für das Wochenende. Wenn es mir gelingt, ein paar schöne Bilder zu machen, gibt es die in der nächsten Woche. Entweder hier oder auf der Homepage.

Bis denne und ich hoffe, man sieht sich.

Eure Valerie

 

Montagsgrübeleien … am Dienstag oder so ;-)

Es wird im Moment ja heiß diskutiert … zumindest in der letzten Woche was es DAS Thema: Lektorat – ja oder nein?

Die Lager sind gespalten, was ja auch ganz normal ist. Natürlich stimmen in erster Linie die Lektoren dafür, was aber auch verständlich ist, verdienen sie doch damit ihr Geld. Kann ich völlig verstehen.

Dann gibt es die Fraktion derer, die meint, es ginge auch ohne, auch das kann ich gut nachvollziehen, denn immerhin ist es (wenn man nicht zufällig mit einer/m Lektor/in liiert ist oder jemanden dieser Berufsgruppe so gut kennt, dass er einem einen Freundschaftspreis macht (oder es gar kostenlos tut)), eine sehr kostspielige Angelegenheit.

Hauptargument der Lektoren: Ein Lektor macht aus einem Buch ein gutes Buch. Aha, und was ist das? Wer entscheidet das? Einen interessanten Artikel dazu findet ihr hier:

https://marcusjohanus.wordpress.com/2016/01/30/niemand-weiss-was-ein-gutes-buch-ist/

Ich sehe das so: Ein gutes Buch ist für jeden etwas anderes. Der eine liest eben „Schundromane“ in Massen, und der wird das für sich als gut empfinden, ob da nun ein Plot stimmig ist oder einen Fehler hat, solange das Happyend kommt und sie glücklich bis an ihr Lebensende zusammen sind. Ein anderer nennt bei der Frage nach einem guten Buch garantiert die Klassiker (mit denen ich zum Beispiel nicht besonders viel anfangen kann) und schwört, dass nur Verlagsbücher mit Lektorat das einzig Wahre wären, und er es schon mal einem Verlag gemeldet hätte, dass ein Komma an einer falschen Stelle stand. Ja, auch Verlagen und Lektoren unterlaufen Fehler. Wobei es sicher auch für Schundromane Lektoren gibt, da bin ich ziemlich sicher, aber die Handlung ist eben weitestgehend gleich.

Es heißt zudem immer, ein Lektor macht aus einem Buch eines, das dem Leser gefällt und das der unbedingt haben will. Wenn dem so wäre, dass jeder Lektor genau wüsste, was die Leser wollen, dürfte es eigentlich nur gut verkäufliche Bücher geben und keines jemals floppen. Aber ist es nicht auch in anderen Bereichen so, dass das keiner weiß? Da wird ein Film im Vorwege hochgelobt und dann will ihn kaum einer sehen. Da werden Superstars mit viel Gedöns gesucht, und nachdem sie gefunden wurden, sind sie auch schon wieder weg vom Fenster. Auch dort sind sich immer alle ganz sicher, dass es genau das Richtige für den Zuschauer ist. Stattdessen nimmt einer von sich selbst beim Singen ein Video auf und stellt es auf Youtube. Erfolg: ein paar Millionen Klicks. Was sagt uns das? Keiner weiß genau, was ein anderer will, also lassen wir uns doch alle unsere Freiheit, selbst zu entscheiden, was wir lesen oder sehen wollen oder ob wir, wenn wir schreiben, einen Lektor brauchen oder nicht.

Furchtbar fand ich zudem die Aussage einer Autorin in irgendeinem Thread, dass sie niemals etwas lesen würde, was nicht lektoriert sei (andere sagen das von Büchern in der Ich-Form, im Präsens, mit vielen, kurzen Kapiteln, mit weniger als vierhundert Seiten usw.). Schade eigentlich, denn erstens muss in keinem Buch der Lektor oder Korrektor angegeben werden, sie kann es also nie mit Bestimmtheit wissen, und zweitens entgeht ihr dann sicher Einiges. Schade für sie, oder?

Fazit: Lasst jeden machen, wie er will, beides ist okay. Natürlich sollte die Rechtschreibung stimmen, Zeichensetzung und die Grammatik ebenfalls, aber ein fehlendes Komma ist kein Beinbruch, ebenso wenig eine einmal falsche Haarfarbe (kann doch gefärbt sein, oder?).

Lektorat ist nun mal teuer und nicht jeder kann oder will das. Also leben und leben lassen, gerade unter Kollegen. Schlimm genug, dass Amazon Bücher mit gemeldeten Fehlern, die dann nicht berichtigt werden, ab sofort (zumindest in den USA) kennzeichnen will … mit Warnschildern. Und wer meldet die Fehler? Richtig, die Leser … oder auch Hater, die einem das Leben damit schwer machen wollen. Deswegen … Korrektorat ist auf jeden Fall ein Muss, es gibt zu viele „Wohlmeinende“, die das sonst melden könnten. Früher waren es die Falschparker vor der Tür, heute Fehler auf dem Kindle.

Zwei Autoren – Eine Lesung

Heute habe ich mal ganz etwas anderes für euch.                    2

Ich berichte von einer Lesung, zu der ich eingeladen war.3

Für mich war es eine Premiere, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe, sollte ich doch dort einen meiner Autorenkollegen von Stuber Publishing kennenlernen.

Denn neben Thomas Loeck, der aus seinem Buch „Uns Udo Lindenberg oder was?“ lesen wollte, stand auch ein Auszug aus Ralph G. Kretschmanns „Vereinzelte Niederschläge“ auf dem Programm.

4Aber schön der Reihe nach. Circa zwanzig Personen hatten sich im Kulturhaus Eppendorf eingefunden, um diesen beiden Autoren zu lauschen. Den Beginn machte Thomas Loeck. Bei seinem Buch handelt es sich um eine Biographie über (der Titel verrät es schon) Udo Lindenberg. Er gab einen Auszug aus den frühen Jahren zum Besten, es kam das Panikorchester vor, einige seiner Mitstreiter aus frühen Tagen – und auch der wohl jedem bekannte Sonderzug nach Pankow fand Erwähnung. Ebenso einige Zitate von Udo himself und natürlich auch eine Aufzählung einiger seiner Alben. Ein Muss für jeden Fan.

Erwähnt wurde dann auch unter anderem eine Liedzeile aus einem Text von Udo, darin heißt es:

„… im Onkel PÖ, da spielt ’ne Rentnerband …“

Diese Rentnerband gab es dann auch wirklich, ebenso wie das „PÖ“ … leider jetzt nicht mehr. Und dort kommt dann auch Ralph G. Kretschmann ins Spiel. Denn dort hat er mal gearbeitet. Thomas Loeck und er lernten sich kennen … das Resultat dieser Freundschaft … unter anderem das Cover auf dem Buch von Thoma Loeck. Es handelt sich um eine Illustration von Ralph G. Kretschmann.

1Solche selbst gezeichneten und entworfenen Illustrationen zieren auch die Bücher von Ralph G. Kretschmann. Und aus einem dieser Bücher las er den schon gespannt lauschenden Zuhörern vor. Das erste Kapitel aus „Vereinzelte Niederschläge“ hatte er sich ausgesucht. Schon nach den ersten paar Sätzen hatte er alle in seinen Bann gezogen. Mehr als ein Schmunzler zog über die Gesichter der Zuhörer und man konnte sich gut in den Protagonisten Axel hineinversetzen. Eben zum Ende der siebziger Jahre, ein junger Mann Anfang zwanzig irgendwo JWD im Nordwesten dieser Republik.

Anschaulich wurden Bilder mit Worten gemalt. Nach einer kurzen Zwischendiskussion verlangten die Zuhörer nach einer Zugabe und diese wurde uns mit einem Lächeln dann auch gewährt. Danach wurde noch über dies und das geplaudert, der Autor erzählte ein wenig über die Entstehung seiner Bücher und man konnte spüren, dass er genauso humorvoll spricht, wie er schreibt. Oder umgekehrt. Das Buch „Vereinzelte Niederschläge“ sieht sich nach Aussage des Autors als eine Fusion aus Liebesgeschichte, Krimi und Roadmovie. Und ich kann noch hinzu hinzufügen – mit einer verdammt großen Portion Humor, also etwas für fast jeden.

Abschließend bleibt für mich festzustellen – Ralph G. Kretschmann ist das, was er von sich sagt – ein „Fairyteller“ – ein Geschichtenerzähler.

Ich freue mich sehr, dabei gewesen zu sein und ihn kennengelernt zu haben. Und ich hoffe, dass in naher Zukunft weitere Treffen folgen werden.

Bildmaterialien: Eigenmaterial mit freundlicher Genehmigung der abgebildeten Personen