Sonntagsgedanken … statt Montagsgrübelei ;-)

Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann

Stammt leider nicht von mir, sondern aus den Lebenserinnerungen von Robert Bosch. Dennoch drückt es genau das aus, was wahrscheinlich jeder Autor gelegentlich empfindet, wenn er Meinungen und Rezensionen zu seinen eigenen oder auch fremden Werken erhält oder liest.

Natürlich kann nicht jeder alles mögen, das hat ja auch etwas mit Vorlieben zu tun. Dafür gibt es schließlich die verschiedenen Genres, jeder kann sich das heraussuchen, was ihm gefällt und was zu ihm passt. Völlig normal und darauf spiele ich auch gar nicht an.

Was ich meine, das sind die Leser aus dem Bereich der fiktionalen Belletristik. Da wird sehr oft gemeckert, was das Zeug hält. Und ich meine nicht unbedingt nur Rezensionen auf den großen Portalen, sondern auch PN oder Mails an den entsprechenden Autor.

Beispiele gefällig?

Wenn ein Leser einen Fantasyroman vor sich hat, warum darf dann zum Beispiel ein Vogel keine Eigenschaften haben, die er im realen Leben nicht hätte? Oder ein Pferd? Ein Hund? Komisch, im Fernsehen fanden immer alle Fury, Lassie und Co. ganz toll, aber ob das alles so sein konnte?

Können sich zwei Liebende nach zwanzig oder mehr Jahren ausgerechnet auf einer Massenveranstaltung mit hunderttausend Besuchern wiederfinden? Das zu berechnen ist eine Sache für die Mathematiker unter uns, aber mal ehrlich: eher nicht, oder? In einem Roman können sie das, dürfen sie das und sollen es sogar. Das ist der Traum von der heilen Welt, den der Leser doch eigentlich hat, warum also meckern?

Darf in einem dramatischen Roman eine unheilbare Krankheit plötzlich doch besiegt werden und der Protagonist gegen jede Regel doch wieder gesunden? Ja, er darf, denn ein Roman ist kein medizinisches Sachbuch.

Natürlich sollten auch Romane sorgfältig recherchiert werden und in den meisten Fällen geschieht das sogar sehr gründlich. Alles, was belegbar ist, sollte schon stimmen. Doch alles, was allein der Fantasie entspringt, darf auch ein wenig geformt werden.

Anders sieht es natürlich mit nicht Fiktiven Büchern oder Thrillern, Krimis, Sachbüchern und Co. aus. Dort muss natürlich alles stimmen, Logiken müssen zwingend richtig sein. Nichts ist blöder, als wenn der tote Protagonist schon vor seinem eigentlichen Geburtstag verstorben ist oder in einem Krimi die Leiche plötzlich wieder quicklebendig auftaucht. Alles, was mit Wissenschaften zu tun hat muss stimmen und reale Biographien ebenso. Aber das ist ja auch der Unterschied zur populären Belletristik, zu den Chick-lit-Romanen, den Romances, den Dramen und anderen Büchern dieses Genres.

Und selbst wenn da einmal ein Protagonist eine andere Haarfarbe hat als vorher, so what? Heutzutage kann man färben. Lange Haare sind plötzlich kurz oder umgekehrt? Friseur oder Extensions. Gut, wenn einer auf einmal zwanzig Zentimeter kleiner oder größer ist, das ist dann schon doof, aber … alles andere sind Kleinigkeiten, die selbst der beste Lektor übersehen kann.

Liebe Leser, wir freuen uns immer über Bewertungen und auch über Kritik, wenn sie sachlich ist, aber bitte, schießt nicht immer mit Kanonen auf Spatzen und nutzt doch einfach nur euer Kopfkino, taucht ein in die Welt des jeweiligen Buches und dann … ist es egal, ob das real sein könnte, Hauptsache, es passt dorthin. Oder glaubt ihr wirklich, dass Pretty Woman in der normalen Welt auch ihren reichen Lover bekommen hätte?

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Leseevent am 21.5.16 in Hamburg – ein Rückblick

Erschienen waren insgesamt zwölf von dreizehn Autoren, Keke van Steyn musste krankheitsbedingt leider absagen.

Pünktlich um 14 Uhr ging es dann auch schon los.

Asmodina Tear entführte ihre Zuhörer auf einer Wolkentreppe in den Himmel, danach stellte uns Monika Schoppenhorst einen Vampir namens Egon vor und Arwyn Yale berichtete davon, wie man einen Papagei mittels Sherry schlafen legen kann. Anschließend wurde es mystisch, denn Dennis Blesingers Protagonist bewachte die Tore zu anderen Welten und diverse Kleinode.

Nach der nach zwei Stunden verdienten Kaffee- und Zigarettenpause nahm Karsten Sohn die Zuhörer mit zu den Maya, Dieter Jobst kümmerte sich gern um die Zahngesundheit der Anwesenden, Heike Adami erinnerte eindringlich an den arabischen Frühling und Henning Schöttke ließ alle an den Gedanken und Gefühlen während einer Geburt teilhaben.

Nach einer weiteren Pause, die durch den Ausfall entstanden war, gewährte Kim Rylee Einblicke in die Gedanken einer Auftragskillerin, Björn Beermann lud alle zur Aufklärung eines Kriminalfalles in die Praxis einer Sexualtherapeutin ein und last, but not least schenkten Frank Böhm und meine Wenigkeit den Zuhörern einen literarischen Strauß Schwarze Rosen.

Es war eine schöne Veranstaltung in einer angenehmen und dafür sehr gut geeigneten Location.

Ein großer Dank geht an die Organisatoren Arne Rosenow und vor Ort an Heike Adami.

P.S.

Fotos werden sicher irgendwo noch folgen 🙂