Häppchen aus „Jacques – Erinnerungen eines Callboys“

Plötzlich springt er auf. Rasch durchwühlt er seine Schublade, in der er alle Erinnerungsstücke aufbewahrt. Er findet drei einzelne Bilder und schließlich einen kleinen Umschlag, der ziemlich zerknautscht und mitgenommen aussieht. Die Schrift darauf ist kaum noch lesbar und als er ihn öffnet, fällt ihm zuerst ein kleines, etwas undeutliches Foto in die Hände. Das einzige, das ihn und Paul zusammen ohne andere Personen zeigt. Aufgenommen bei einem Rummel an einem dieser komischen Automaten, bei denen man den Kopf durch eine Öffnung steckt, damit es später aussieht, als wäre man Arnold Schwarzenegger oder Cher. Sie hatten sich damals für Bonny und Clyde entschieden und sich dabei krumm und schiefgelacht. Zärtlich streicht Jacques über das zerknitterte Kleinod, das bereits etwas farblos scheint. Ein trauriges Lächeln begleitet diese Geste, bevor sein Blick den aufgeklappten Brief erreicht, der mindestens ebenso verknittert ist wie das Foto. Seine Traurigkeit verstärkt sich und während er zum ungezählten Mal die Zeilen überfliegt, die Paul ihm zu seinem sechzehnten Geburtstag geschrieben hatte, driften seine Gedanken immer wieder ab und ebenso wie damals erscheint vor seinem inneren Auge wie mit Flammenschrift geprägt das Wort:

WIESO?

jacques-mit-fotograf

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