Montagsgrübeleien … am 25.7.16

Eigentlich … oder hoffentlich?

Ja was denn?

Der Terror ist doch sooo weit weg … eigentlich.

Das trifft doch immer nur andere … eigentlich.

Wenn ich aufpasse, passiert schon nichts …. hoffentlich.

Nein, nein und … nein.

Vor ein paar Jahrzehnten gab es jede Menge Terroristen in Deutschland, ich erinnere  bloß mal an die RAF. Nicht wirklich weit weg, oder?

Betroffen waren meist Personen, die irgendwelche hohen Positionen bekleideten, aber auch Polizisten und leider ebenso Zivilisten.

Man denke einmal zurück an den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest. Rechtsradikaler Hintergrund und jede Menge unschuldige Tote. Bis dahin aber eher noch bedauerliche Einzelfälle.

Mit dem 11.9.2001 wechselten solche Taten in eine andere, neue und viel schlimmere Dimension.

Tausende Tote, nachfolgend Vergeltung und Kriege.

Und jetzt ist der Terror mitten in unserem Leben angekommen. In Norwegen vor fünf Jahren und erst kürzlich in den USA und in Frankreich, aber auch in der direkten Nachbarschaft. Schlimm, grausam, unverständlich. Schnell wird mit Schuldzuweisungen um sich geworfen, darin sind Menschen geübt. Aber das hilft nicht.

Was aber können wir tun? Sollen wir uns verstecken? Nicht mehr auf die Straße gehen oder in den Urlaub fliegen? Natürlich kann man ein wenig aufmerksam sein, seine Augen offen halten zum Schutz für sich selbst, aber auch andere. Wirklich ab sofort alles streichen, was das Leben erst lebenswert macht? Ich sage nein, ich werde trotzdem zur Buchmesse gehen, vielleicht auch mal wieder in den Urlaub fahren. Wenn ich zurzeit nicht besonders gern fliegen mag, hat das eher seinen Grund in der Tatsache, dass ich nicht glaube, dass bei manchen Schleuderpreisen nicht irgendetwas auf der Strecke bleibt, was die Sicherheit angeht.

Auch ich möchte nicht Opfer werden, sondern irgendwo friedlich in hohem Alter einschlafen. Doch schon morgen kann ich von einem Auto überfahren werden oder schlicht umfallen. Leben ohne Risiko gibt es nicht, Leben ist das Risiko. Nein, wir dürfen nicht alles vermeiden, dann hat der Terror, wer auch immer dahinterstecken mag, nämlich gewonnen.

Und das sollte nicht passieren – eigentlich und hoffentlich.

 

Montagsgrübeleien … am 18.7.16

Letzte Woche in Facebook:

Ein eher nicht so beliebter Staatschef lässt mal eben nach einem missglückten Putsch fast 3000 Richter „entfernen“.
Das ist ziemlich bedenklich!

Mehrere wohl beim einschlägigen Fernsehpublikum bekannte Schauspielerinnen oder Reporterinnen sind leider – wie schon so viele bekannte Persönlichkeiten ein diesem Jahr – viel zu früh verstorben.
Das ist traurig!

Ein irrer Attentäter rast in Nizza in eine Menschenmenge und tötet dabei 84 Personen, darunter mindestens 50 unschuldige Kinder (um dieses „unschuldig“ wurde später in einem Beitrag beinahe gestritten 😦  ).
Das ist noch viel trauriger!

Aber …

Deutschland spielt POKEMON GO 😦

Sonntagsgedanken … statt Montagsgrübelei ;-)

Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann

Stammt leider nicht von mir, sondern aus den Lebenserinnerungen von Robert Bosch. Dennoch drückt es genau das aus, was wahrscheinlich jeder Autor gelegentlich empfindet, wenn er Meinungen und Rezensionen zu seinen eigenen oder auch fremden Werken erhält oder liest.

Natürlich kann nicht jeder alles mögen, das hat ja auch etwas mit Vorlieben zu tun. Dafür gibt es schließlich die verschiedenen Genres, jeder kann sich das heraussuchen, was ihm gefällt und was zu ihm passt. Völlig normal und darauf spiele ich auch gar nicht an.

Was ich meine, das sind die Leser aus dem Bereich der fiktionalen Belletristik. Da wird sehr oft gemeckert, was das Zeug hält. Und ich meine nicht unbedingt nur Rezensionen auf den großen Portalen, sondern auch PN oder Mails an den entsprechenden Autor.

Beispiele gefällig?

Wenn ein Leser einen Fantasyroman vor sich hat, warum darf dann zum Beispiel ein Vogel keine Eigenschaften haben, die er im realen Leben nicht hätte? Oder ein Pferd? Ein Hund? Komisch, im Fernsehen fanden immer alle Fury, Lassie und Co. ganz toll, aber ob das alles so sein konnte?

Können sich zwei Liebende nach zwanzig oder mehr Jahren ausgerechnet auf einer Massenveranstaltung mit hunderttausend Besuchern wiederfinden? Das zu berechnen ist eine Sache für die Mathematiker unter uns, aber mal ehrlich: eher nicht, oder? In einem Roman können sie das, dürfen sie das und sollen es sogar. Das ist der Traum von der heilen Welt, den der Leser doch eigentlich hat, warum also meckern?

Darf in einem dramatischen Roman eine unheilbare Krankheit plötzlich doch besiegt werden und der Protagonist gegen jede Regel doch wieder gesunden? Ja, er darf, denn ein Roman ist kein medizinisches Sachbuch.

Natürlich sollten auch Romane sorgfältig recherchiert werden und in den meisten Fällen geschieht das sogar sehr gründlich. Alles, was belegbar ist, sollte schon stimmen. Doch alles, was allein der Fantasie entspringt, darf auch ein wenig geformt werden.

Anders sieht es natürlich mit nicht Fiktiven Büchern oder Thrillern, Krimis, Sachbüchern und Co. aus. Dort muss natürlich alles stimmen, Logiken müssen zwingend richtig sein. Nichts ist blöder, als wenn der tote Protagonist schon vor seinem eigentlichen Geburtstag verstorben ist oder in einem Krimi die Leiche plötzlich wieder quicklebendig auftaucht. Alles, was mit Wissenschaften zu tun hat muss stimmen und reale Biographien ebenso. Aber das ist ja auch der Unterschied zur populären Belletristik, zu den Chick-lit-Romanen, den Romances, den Dramen und anderen Büchern dieses Genres.

Und selbst wenn da einmal ein Protagonist eine andere Haarfarbe hat als vorher, so what? Heutzutage kann man färben. Lange Haare sind plötzlich kurz oder umgekehrt? Friseur oder Extensions. Gut, wenn einer auf einmal zwanzig Zentimeter kleiner oder größer ist, das ist dann schon doof, aber … alles andere sind Kleinigkeiten, die selbst der beste Lektor übersehen kann.

Liebe Leser, wir freuen uns immer über Bewertungen und auch über Kritik, wenn sie sachlich ist, aber bitte, schießt nicht immer mit Kanonen auf Spatzen und nutzt doch einfach nur euer Kopfkino, taucht ein in die Welt des jeweiligen Buches und dann … ist es egal, ob das real sein könnte, Hauptsache, es passt dorthin. Oder glaubt ihr wirklich, dass Pretty Woman in der normalen Welt auch ihren reichen Lover bekommen hätte?