Alle(s) Protas oder was?

Könnt ihr euch ein virtuelles Wohnzimmer (via Telefon oder Chat oder so) vorstellen? Ja? Fein. Da sitzen ein Autor und eine Autorin, euch besser bekannt als Frank und Valerie. Nächste Woche ist endlich Buchmesse und sie besprechen die letzten Kleinigkeiten. Das könnte in etwa so ablaufen, bis … ja eben … aber lest selbst.

„Sag mal Frank, haben wir jetzt eigentlich alles zusammen oder fehlt noch was?“ *Autorin hat einen leicht zweifelnden Blick*

„Ich denke, wenn die letzten bestellten Bücher endlich eintreffen, sollte es losgehen können und …“ *Autor wird rüde unterbrochen*

„Hallihallo Leute, was sitzt ihr denn hier rum? Habt ihr nichts zu tun? Ein bisschen schreiben oder wenigstens brainstormen? Na, ist ja nicht mein Problem, aber ich möchte schon sicher sein, dass ihr es wirklich hinbekommt, dass unsere Geschichte bis zu Thanksgiving erschienen ist. Meint ihr, ihr bekommt das hin? Oder soll ich euch noch ein paar Geschichten erzählen? Also, früher, als ich gerade …“

„Sahaaam, was zum Henker machst du denn hier? Gibt es in Manhattan nichts zu tun für dich? Kaffee holen, Weihnachtsgeschenke kaufen, shoppen oder Beine rasieren?“ *Autorin rollt leicht genervt die Augen, während Autor in sich hinein grinst*

„Was denn, man wird doch noch mal fragen dürfen, oder? Immerhin schreibt ihr ja schon eine ganze Weile an uns herum, nicht wahr?“

„Ey komm, mach halblang, das waren nur ein paar Wochen, jetzt müssen wir uns auf die Buchmesse konzentrieren und außerdem schaffen wir das. Und nun verzieh dich, geh Matt nerven oder Leslie, aber lass uns weitermachen.“ *Autor schickt Sam mit einer Handbewegung zurück nach Manhattan, was dieser mit einem Achselzucken hinnimmt und provokativ im Türrahmen stehenbleibt*

„Wo waren wir stehengeblieben?“ *Autorin setzt sich gemütlich hin, nachdem sie vorher nervös auf und ab gelaufen ist, dabei ignoriert sie Sam, der sie mit verschränkten Armen mustert*

„Hey Leute, was ist denn eigentlich mit den Weihnachtsgeschichten? Kommen die nun bald oder was?“

*Entnervt dreht Autor den Kopf zur Tür, wo neben Sam nun Luzifer das Zimmer betritt*

„Seit wann magst du Weihnachten und die Geschichten, die sich darum drehen?“ *Autorin starrt mit weit aufgerissenen Augen auf den Teufel, der in seiner Menschengestalt einfach zum Anbeißen aussieht*

„Nichts, gar nichts, aber wenn ihr schon so was veröffentlichen müsst, dann wird es wohl langsam mal Zeit, oder? Wenn ich in der Hölle solch ein lahmes Tempo dulden würde, wäre die Diamantenproduktion immer noch nicht rentabel. Vielleicht sollte ich euch beide zu Seife kochen und …“

„Sir, ich bitte Euch, lasst die beiden das selbst regeln, die sind schon …“

„Martin, was hast du hier zu suchen? Wieso mischst du dich da ein, hast du keine Dämonen zu beaufsichtigen oder so? Ich sollte dich wirklich an die Kessel verbannen, immer schleichst du mir nach.“

„Luzifer, Martin … könnt ihr nicht einmal Frieden halten? Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Wie sollen wir uns auf unsere Arbeit konzentrieren, wenn ihr uns alle unter Druck setzt? Und außerdem, nächste Woche kommen die Weihnachtsgeschichten schließlich auf den Markt, haben wir gestern doch angekündigt. Also, reicht euch das? Können wir dann bitte allein weitermachen?“ *Autorin wird energisch, Luzifer und Martin ziehen sich kabbelnd ebenfalls bis zur Tür zurück. Luzifer mustert Sam mit lüsternem Blick, was Martin dazu veranlasst, sich zu räuspern, während Sam fast der Sabber aus dem Mundwinkeln läuft*

„Wo wir schon dabei sind, der Herr der Unterwelt, wenn ich den Namen recht verstanden habe, hat es ja bereits angedeutet: Die Weihnachtsgeschichte aus Hamburg muss auch noch erscheinen. Immerhin ist die seit mehr als einem Vierteljahr fertig, erdacht haben Sie die schon im April. Also, wann kann man Ihre Ergüsse denn nun endlich lesen?“

„Hopster, was zum Kuckuck wollen Sie denn hier? Ich erinnere mich, dass der Kommissar Sie auch mehrfach ermahnt hat, sich nicht immer so aufzuspielen. Und überhaupt, was geht Sie das an, wann wir was geschrieben oder erdacht haben? *Autor wird langsam etwas ungehalten, eigentlich sollte es ein ruhiger Abend werden*

„Nun hören Sie mir mal zu, Sie Schreiberling, ich will, dass die Hamburger Geschichte nun endlich den Lesern zur Verfügung gestellt wird, verstanden?“

„Herr Hopster, das ist immer noch unsere Geschichte und wir entscheiden, wann sie an die Öffentlichkeit geht. Wir haben gesagt, zum ersten Advent und dabei bleibt es auch, basta. Und nun lassen Sie uns bitte wieder allein, wir haben noch zu tun.“ *Autorin schiebt Hopster zur Tür hinaus, wo der erst einmal stehenbleibt und zu überlegen scheint*

„Zurück zum Thema. Hotel ist gebucht, Bücher fast komplett, bloß zum Friseur muss ich noch.“ *Autor seufzt und zupft sich an den Haaren herum*

„Hab ich da Friseur gehört? Na, da kommt der gute Daniel doch gleich mal angeflogen.“

„Daniel, was willst du jetzt hier? Du wirst Frank ja wohl schlecht die Haare schneiden können, oder?“

„Wer weiß, einen Versuch wäre es wert. Guck, ich hab alles dabei.“ *Daniel rollt sein Friseurwerkzeug aus, ohne das er nie das Haus verlässt*

„Daniel, lass gut sein, bitte.“ *Autor schaut Daniel mit bittendem Blick an. Daniel schmollt und rollt das Werkzeug wieder ein*

„Nie darf ich zum Zuge kommen. Immer habt ihr was anderes vor. Wolltet ihr nicht schon lange den nächsten Teil über Nick und mich schreiben? Das versprecht ihr uns schon sooooo lange.“

„Na komm, angefangen haben wir doch schon, das wird demnächst, versprochen.“ *Autorin nickt Daniel zu und streicht ihm sanft über die Wange*

„Wirklich versprochen? Großes Indianerehrenwort?“ *Daniel klatscht vor Freude in Hände, als beide Autoren nicken. Grinsend stellt er sich zu den anderen an die Tür, mustert Hopster, der immer noch draußen wartet, mit einem etwas schrägen Blick und beginnt eine Unterhaltung mit Sam, während Martin und der Herrscher der Unterwelt nach wie vor in Streitgespräche verwickelt sind*

„Okay, an was müssen wir noch denken?“ *Autor sieht fragend zu Autorin*

„An uns zum Beispiel“, kommt es plötzlich zweistimmig und beide Autoren zucken zusammen.

„Raoul? Adrian? Wo kommt ihr denn her und wieso kennt ihr euch?“ *Beide Autoren wirken etwas irritiert*

„Nun“, beginnt Raoul, „gerade gestern habt ihr über uns gesprochen, richtig? Wahrscheinlich deswegen sind wir uns eben gerade vor eurer Tür über den Weg gelaufen. Was is’n hier eigentlich los? Wer ist der Typ vor der Tür und was sind das für Sahneschnitten da vorne?“

„Das würde mich auch interessieren und außerdem wollte ich mal nachfragen, wann ihr denn mal Zeit habt für eine tolle Unterhaltung. Immerhin wolltet ihr doch einiges aus meiner Vergangenheit wissen, oder?“ ergänzt Adrian schnell. *Beide Autoren sehen sich an und seufzen auf*

„Nun hört mal alle zu, bitte. Alles, was demnächst zur Veröffentlichung ansteht, klappt auch, sofern gewisse Institutionen mitspielen. Was euch, also Daniel, Raoul und Adrian angeht, wir kümmern uns darum, aber denkt mal dran, dass wir auch arbeiten gehen müssen, also nicht den ganzen Tag nur schreiben können. Okay? Würdet ihr uns jetzt bitte allein lassen, damit wir wenigstens unser Gespräch zu Ende führen können?“

„Platz da, ich will auch noch mal rein.“

„Tobias, du hast uns zu unserem Glück gerade noch gefehlt. Was willst du denn jetzt auch noch hier?“ *Autorin schlägt die Hände über dem Kopf zusammen*

„Blöde Frage. Ich wollte bloß mal wissen, ob ihr noch daran denkt, dass die Leser wissen wollen, ob …“

„Mensch Tobias, du nervst, hat dir das schon mal jemand gesagt?“

„Jepp, Timo tut das ständig. Und was ist nun? Schreibt ihr oder schreibt ihr nicht?“ *Die Autoren sehen sich an, Autor tippt sich vielsagend an die Stirn und grinst*

„Mein lieber Herr Oberbauminister, wir schreiben immer. Aber wenn ihr uns nicht wenigstens ein bisschen Zeit lasst, kann nichts von alldem, was geplant ist, richtig klappen. Also geh zu deinem Timo, meinetwegen vögelt eine Runde, aber drängt uns nicht alle. Nächste Woche ist erst mal die Messe. Wenn die vorbei ist, sehen wir weiter.“

„Vögeln klingt gut“, murmelt Tobias plötzlich grinsend, selbst die anderen an der Tür horchen auf. Bei Luzifer, Daniel und Sam glitzert es auf einmal in den Augen und während Raoul und Adrian sich noch weiter leise unterhalten, haben es die drei plötzlich ziemlich eilig, in entgegengesetzte Richtungen wegzukommen. Hopster steht nach wie vor draußen, wird aber von keinem mehr beachtet. Martin schaut Luzifer kopfschüttelnd hinterher und entfernt sich von einer Sekunde auf die andere, während Adrian und Raoul erzählend von dannen schlendern. Von einer Sekunde auf die andere herrscht Ruhe, alle sind verschwunden oder draußen. Aufatmend drückt Autor die Tür ins Schloss.

„Mannomann, was für eine stressige Bande.“

„Ja, aber irgendwie liebe ich sie alle, jeden auf seine Art. Du nicht?“

„Doch, klar. Aber nun endlich … was brauchen wir noch für die Messe?“

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Vorsicht … Satire

Antworten eines … Beamten?

Was wollen Sie? Sich selbständig machen? Haben Sie schon ein Gewerbe angemeldet? Oh, Sie wollen freiberuflich arbeiten, dann müssen Sie das natürlich nicht, da reicht die Meldung beim Finanzamt, aber wenn Sie später doch mal wollen, dann … ach Sie wissen nicht, warum Sie das sollten? Nun, wenn Sie Handel treiben zum Beispiel. Okay, wollen Sie nicht, aber Sie könnten sich trotzdem einen Gewerbeschein besorgen. Was Sie davon haben? Nun, unter anderem eine Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer. Wozu die gut ist? Nun … äh … Sie sind dann eben Mitglied. Kostenlos natürlich nicht, was für eine absurde Idee. Was es Ihnen dann bringt? Die Zwangsmitgliedschaft? Nun, Sie können Kurse belegen. Nein, natürlich nicht kostenlos, wo denken Sie hin? Und was ist nun mit dem Gewerbeschein? Okay, wollen Sie nicht, aber wieviel werden Sie verdienen? Ach, das wissen Sie nicht, okay. Haben Sie denn schon mal mit Ihrem Steuerberater darüber gesprochen? Wie. Sie haben keinen? Ach, Sie machen das alles selbst, okay. Und was ist mit der Krankenversicherung? Das müssen Sie der Krankenkasse melden und dann müssen Sie sich selbst versichern. Nein, da trägt natürlich keiner den halben Satz, dann müssten sie schon irgendwo arbeiten. Ach, Sie meinen, Sie werden arbeiten? Nun, wenn das so ist, werden Sie ja auch genug verdienen. Kommen Sie im Jahr über 17.500 Euro Umsatz? Ach, Sie wissen das nicht? Warum nicht? Also wenn Sie drunter bleiben, sind Sie Kleinunternehmer, wenn Sie drüber kommen, werden Sie umsatzsteuerpflichtig. Wie, wenn Sie im Laufe eines Jahres plötzlich feststellen, dass Sie drüber kommen werden? Dann melden Sie das natürlich und zahlen schön brav nach, logisch, oder? Woher Sie das Geld dafür nehmen sollen? Nun, Sie haben doch dann gut verdient, der Staat versteht da keinen Spaß, immer schön die Steuern zahlen und vor allem pünktlich. Wollen Sie eigentlich Leute anstellen? Ach so, höchstens Minijobber. Haben Sie einen guten und leistungsfähigen PC? Warum ich das frage? Nun, den werden Sie brauchen wegen der Knappschaft, das Programm dafür haut den stärksten Computer um. Und denken Sie dran, immer schön vorher melden und nach Ablauf des Monats alles noch mal nachmelden. Wie jetzt, warum das nicht mit einer Meldung geht? Dann würden ja Arbeitsplätze verloren gehen und das wollen Sie doch nicht, oder? Okay, dann wohl doch keine Minijobber. Aber eine letzte Frage, wollen Sie ab und zu etwas versenden? Selten, aha. Warum ich das frage? Nun, denken Sie daran, alle Verpackungen brauchen eine Lizenz, weil der, der sie bekommt, sie schließlich entsorgen muss, Sie wissen doch – Duales System Deutschland. Wo der Unterschied zwischen dem Paket ist, das einer privat schickt. und dem, was Sie schicken? Nun Sie sind nicht privat. Ob nicht beide Verpackungen entsorgt werden müssen? Sicher, aber Sie sind eben nicht privat. Wo Sie solche Verpackungen kaufen können? Gar nicht. Warum nicht? Weil es sonst nichts zu verdienen gibt für die Firmen, die mit Lizenzen handeln. Woher man so etwas alles wissen soll? Nun, fragen Sie ruhig, dafür bin ich ja da. Zurück zum Thema, Sie wollen sich selbständig machen? Oder doch lieber einen Passierschein A 38?

 

Und noch mehr Filme … Rezension zum … Vierten

Ich weiß zwar nicht genau, wann ich während des Schreibens die Zeit dazu hatte, aber gesehen habe ich sie dennoch alle … deswegen hier jetzt meine Kurzkritiken zu ein paar Filmen … bitte schön 😉

 

Boy Culture

Lebensbeichte einmal anders oder …

… auch Callboys haben Gefühle.

Der gut aussehende X ist ein Callboy, der ein wenig anders ist – er hat nie mehr als zwölf Kunden in der Kartei und … er wartet irgendwie immer noch auf den Richtigen, auch wenn er das so natürlich nicht zugibt. Da er diesen noch nicht gefunden hat, treibt er es privat mit keinem, auch nicht mit seinen beiden heißen Mitbewohnern: dem jungen, dauergeilen Joey, gerade volljährig geworden, und dem nicht minder heißen Andrew. Erst als ein neuer Kunde, ein ziemlich reifer Mann, seine Bahn kreuzt, wird ihm einiges bewusst und er erkennt, was ihm fehlt und was er will.

Ein Film, der knisternd erotisch ist, aber nie freizügig. Blanke Haut gibt es nicht wirklich viel, dafür ist das Kopfkino umso aktiver. Es ist aber auch ein Film, der nachdenklich macht und einen berührt zurücklässt, obwohl das Ende mit einer kleinen Überraschung aufwartet.

Ach ja, und wer sich wundert und fragt, ob er im falschen Film ist (in diesem Fall wäre es dann eher eine Serie) – die Synchronstimme des jungen Joey ist die, die auch schon den Justin Taylor aus „Queer as Folk“ auf Deutsch gesprochen hat. Es fällt auch schwer, hier einen Darsteller besonders hervorzuheben, jeder einzelne, inklusive des Kunden, ist absolut passend besetzt.

Sehenswert und mit fünf Sternen eine absolute Kaufempfehlung.

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Poster Boy

Was, wenn der Vater,

… der unbedingt als Senator wiedergewählt werden will, in seinem Wahlprogramm ausgerechnet gegen Schwule schießt, ohne zu wissen, dass sein eigener Sohn eben genau das ist? Ganz im Gegenteil, dieser soll als sein Poster Boy, auf Deutsch Vorzeigesohn, agieren und ihn sogar unterstützen, eine Widerrede dagegen lässt das fordernde, homophobe Familienoberhaupt gar nicht erst zu. Ausgerechnet bei einer Wahlkampfveranstaltung an der Uni outet sich Henry und stellt damit den eigenen Vater, Senator Jack Kray, bloß. Der Kontakt zerbricht und Henry erzählt die ganze Geschichte in Rückblicken.

Ein sehr mitreißender Film, wobei man den Vater mehr als einmal an die Wand klatschen möchte, der Sohn Henry sehr sympathisch rüberkommt und die Handlung aufgrund der Thematik sehr berührt. Homophobie im Elternhaus, wohl das Schlimmste, was Kindern passieren kann.

Beeindruckend ist in diesem Film die Darstellerin Karen Allen. Die zunächst angepasst wirkende Mutter wird zusehends aktiver und bietet ihrem Mann letztlich sogar die Stirn. Bekannt ist sie einigen sicher durch ihre Rolle in „Die Geister, die ich rief“, zumindest ist sie in diesem Fall die perfekte Besetzung, jede Gefühlsregung wirkt glaubhaft. Auch der Hauptdarsteller bringt seine Emotionen perfekt auf die digitale Leinwand.

Sex gibt es wenig, das ist allerdings auch gar nicht nötig, um den Film interessant zu machen. Die Story lebt nicht von Erotik, sondern von Gefühlen, die in diesem Fall meistens düster sind, aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof.

Volle Punktzahl und absolute Kaufempfehlung.

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La Mission

Vaterliebe vs. Tradition.

Was macht ein Junge, der weiß, dass er schwul ist, aber ebenso sicher davon ausgehen kann, dass sein Vater aufgrund seiner homophoben Einstellung und einer eher machohaften Tradition das niemals akzeptieren könnte? Er verbirgt es, bis es durch einen dummen Zufall ans Licht kommt und die befürchtete Krise auslöst, der sich der junge Mann nur durch Flucht entziehen kann. Wie gut, dass er das dennoch nicht allein durchstehen muss. Ein Schicksalsschlag bringt den Vater letztlich zum Umdenken, aber bis dahin ist es ein weiter Weg, voller Emotionen und Verletzungen.

In diesem Film sind sämtliche Hauptrollen hervorragend besetzt, besonders der Vater, gespielt von Benjamin Bratt, brilliert und kommt außerordentlich glaubhaft herüber. Doch auch Jesse (Jeremy Ray Valdez) kann überzeugen, ebenso wie auch die junge Schauspielerin Erika Alexander, die die Rolle der Lena spielt, eine Mieterin, die durch ihr Verhalten nicht ganz unwesentlich dazu beträgt, dass die Situation nicht gänzlich eskaliert. Erika Alexander dürfte dem einen oder anderen noch bekannt sein, und zwar durch ihre Rolle der Pam in der Bill Cosby Show.

Alles in allem ein absolut sehenswerter Film, den man sich auch öfter anschauen kann. Das Dauerbrennerthema Homophobie ist hier sehr gut umgesetzt worden, ohne dabei allzu rührselig zu werden.

Volle Punktzahl und absolute Kaufempfehlung.

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The Big Gay Musical

Schräg, schräger … Blasphemie zum Lachen

Was wäre, wenn die biblische Geschichte ganz anders gelaufen wäre, als man es uns immer weismachen will? Dieser unterhaltsame Film stellt genau dieses Szenario nach, natürlich bloß in einem Musical innerhalb des Films, das kein Klischee auslässt und vor nichts und niemandem Respekt hat, nicht einmal vor Gott selbst. Dieser tritt dann auch höchstpersönlich auf und teilt mit, was er von allem hält … oder besser gesagt, er singt es.

Auch in diesem unterhaltsamen, leicht klamaukigen Film werden die Themen Homophobie und HIV nicht ausgespart, aber auf eine eher amüsant-ernste Weise. Man versteht die Botschaft, aber man schmunzelt dennoch und das macht den Film liebenswert. Sämtliche Darsteller kommen glaubwürdig daher, zum Brüllen komisch ist jedoch Steve Hayes als Gott. Genauso möchte man sich den Allmächtigen Vater vorstellen, wie er „Adam und Steve“ sagt, dass er sie liebt. Selten so gelacht und trotzdem den Ernst hinter dem Ganzen nicht vergessen.
Auch dieser Film ist voll und ganz empfehlenswert und bekommt meine fünf Sterne.

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Trick

Ein Trick (One-Night-Stand) …

… ist es, um den es sich in diesem Film dreht. Geschildert wird die Suche zweier Männer, die sich sympathisch finden und gern etwas näherkommen würden, nach einem geeigneten Platz, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Leider sind der bisher relativ erfolglose Musicalkomponist Gabriel und sein „Trick“ Mark, ein GoGo-Tänzer, nicht sonderlich erfolgreich. Und so düsen sie durch die Nacht, von einem Ort zum anderen.

Beide Hauptdarsteller (Christian Campbell und Jean Paul Pitoc) geben sich redlich Mühe, aber an der Handlung, der irgendwie ein bisschen der Spannungsbogen fehlt, können sie dennoch nichts ändern. Besonders schrill kommt Tori Spelling in der Rolle der Katherine beim Zuschauer an, das kann man mögen, muss es aber nicht.

Fazit: Dieser Film konnte nicht ganz überzeugen, wenn auch die beiden männlichen Hauptdarsteller nett anzusehen sind. Ich vergebe daher 3,5 Sterne, was dann nach oben auf vier gerundet wird. Ein Film, der definitiv kein Muss ist, aber nette, seichte Unterhaltung bietet.

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Eating Out

Leichte, aber nicht besonders prickelnde Unterhaltung …

Caleb lebt mit Kyle in einer Wohngemeinschaft, aber sie sind kein Paar, denn Caleb ist hetero und verguckt sich in Gwen. Aufgrund der glorreichen Idee, sich als Schwuler auszugeben, um von Gwen beachtet zu werden, kommt Marc ins Spiel, der mit Gwen zusammenlebt und von dieser mehr oder minder in Calebs Richtung geschubst wird.

Irgendwie läuft alles falsch, vor allem, dass Marc mit Caleb Sex haben will, was jedoch nur funktioniert, weil Gwen sozusagen den Telefonjoker spielt (die meiner Meinung nach beste Szene des ganzen Films). Ansonsten ist die ganze Inszenierung nicht übermäßig sexy oder gehaltvoll, es wirkt eher ein wenig bemüht. Das soll nicht heißen, dass man es sich nicht ansehen kann, aber der Film kann bei Weitem nicht mit anderen Inszenierungen des Gaygenres mithalten.

Wer leichte Unterhaltung sucht, der ist ganz gut bedient, meine Wertung wären hier 3,5 Sterne, aufgerundet dann vier. Kein Must-See, eher ein Okay-Man-Kann-Ja-Mal-Gucken.

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